Spitzbergen (6) – Und es wurde Licht

Eine lange Expedition ins Ewige Dunkel, in die arktische Polarnacht nach Spitzbergen; sie ist vorüber. Es wurde Licht, ich bin zurück in München. Hoch über den Wolken von Oslo aus startend. Wir flogen ins Licht, das Flugzeug war halbvoll besetzt und – für mich persönlich energetisch betrachtet – somit der Flug auch sehr angenehm. Keine einzige Erschütterung, keine fremden negativen Gefühle von Flugangst, sehr viel Platz. Es hatte etwas von einem sonnigen First Class Flug. Die Farben des Himmels wurden von mir so wahrgenommen, wie wohl für einen Menschen, der zum ersten Mal Schnee sieht. Drei Wochen lang sah ich Tageslicht nur auf Fotos und im Norwegischen Fernsehen. Ich gewöhnte mich sehr schnell an die Dunkelheit.

Es gab auch einige spannende Himmelsbeobachtungen: Meteoritenschauer, funkelndes Sternenkino und Nordlichter, jede Menge davon. Sogar zu Silvester, ein Naturfeuerwerk Deluxe.

Die meisten Meteorerscheinungen dauern nur Sekundenbruchteile und werden von Teilchen erzeugt, die unter einem Millimeter groß sind und im Allgemeinen mit 30 bis 70 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre auftreffen.

Doch fehlt da nicht etwas? Licht, was bringt es dem Menschen? Natürliches Vitamin D (Cholecalciferol), welches wir für gewöhnlich über die Sonnenstrahlen aufnehmen, gibt es natürlich nicht zur Polarnacht. Diese Vitaminzufuhr kann zum Beispiel alternativ durch die Nahrungsaufnahme von Fettfischen oder dank Nahrungsergänzungsmittel erfolgen. Mitunter neigen auch viele Menschen in dieser dunklen Phase dazu, einer Depression zu verfallen, aber auch Schlafstörungen und Hautprobleme können die Folge sein.

DSCF5347_svalbard

Energetisch ist Spitzbergen ein Paradies. Hier findet man Ruhe und kann mit der Natur sein. Gefährlich werden hier nur Lawinen, Schneestürme und die Eisbären. Den Huskeys dort darf man auf keinem Fall in die Augen sehen, es droht akute Verliebtheit; sie ist nicht heilbar. Eine Huskeyschlittenfahrt empfehle ich aber zum Lichtwinter (ab Anfang März).

Durch die tragischen Ereignisse zu meiner Aufenthaltszeit bedingt, habe ich keine Ausflüge unternommen und mich nur meinem Buchprojekt sowie dem Blog gewidmet. Rückblickend war dort ein heftiger Schneesturm wie seit 30 Jahren nicht mehr, eine Lawine zerstörte, verschob und vergrub mehrere Häuser und es gibt 2 bestätigte Tote: ein 42-jähriger beliebter Lehrer und Musiker sowie ein 2-jähriges Mädchen. Für die Menschen in Svalbard vor Weihnachten ein schreckliches Desaster und so lag die Trauer in der kalten Luft.

 

Zum Thema Kälte – das Klima: es wurde plötzlich viel zu warm für die Artkis. Wir hatten einmal +5 Grad Celsius gemessen. Daraufhin folgte mehrtägige Eisglätte, die Straßen waren spiegelglatt. Ich trotzte diesen und konnte noch ein paar Aufnahmen machen.

DSCF5338_svalbard
Die Straßen waren teilweise spiegelglatt

Normalerweise ist Spitzbergen im Winter bis zu -30 Grad Celsius kalt und ein einziges Winterparadies. Ob Schneeschuhwandern, Skifahren oder Langlaufen, da klopft das Sportlerherz vor Freude! Und auch im dunklen Winter sah ich eifrige Langläufer. Kein Problem, da Svalbard sehr gut beleuchtet ist.

DSCF5364_svalbard

Am Tag des Heimflugs nach Oslo erreichte mich im Flugzeug vor dem Start noch eine traurige Nachricht, wie Spiegel Online berichtet: “In den schwedischen Bergen ist ein Postflugzeug nahe der Grenze zu Norwegen abgestürzt. 

Rettungskräfte gehen vom Tod der beiden Piloten aus.” Die Absturzursache ist noch unbekannt. So etwas hört man nie gerne, schon gar nicht vor dem Start, den unser Pilot so prophezeite: “Es ist ganz üblich hier, dass die Startbahn hier sehr rutschig ist. Keine Sorge!” Gut, dass wir alle wussten, dass die Startbahn rundherum von einem eisigen Meer umgeben ist.

DSCF5352_svalbard

Der einzige Weg, Spitzbergen mit dem Flugzeug zu erreichen, bedeutet auf diesem kleinen Flughafen zu landen, er ist der nördlichste Flughafen der Welt unter den Handelsflughäfen. Mit all den Problemen und Widrigkeiten, die diese meteorologischen Breitengrade mit sich bringen, wie dichter Nebel, starke Winde und Schneestürme…**

In München zurück, habe ich mich um den Jahresabschluss 2015 gekümmert und widme mich nun weiter meinem Buchprojekt, welches voraussichtlich noch einige Monate Arbeit, Liebe und Zeit benötigt. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die vielen Vorbestellungen meines Buchs, für Euer Feedback sowie die zahlreichen Besuche meines Blogs und meiner Fanseite auf Facebook. Mein besonderer Dank gilt Stefanie Kovacevic, die mir ihre wertvolle Fuji samt Zubehör geliehen hat.

FAZIT
Durch den ungeplanten Zwischenaufenthalt konnte ich knapp 2 Tage in Tromsø verbringen, das von den Norwegern auch das Nördliche Paris genannt wird. Es waren Übernachtung – das Hotelzimmer war um soviel schöner als das in Spitzbergen – und Verpflegung auf Kosten der Airline SAS. So hat sich ein unglückliches Ereignis für mich zum Zuckerl der Reise entpuppt. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen und Geschenke auf meiner Reise.

* Quelle: wikipedia.com, ** http://blog.opodo.de/die-kleinsten-flughaefen-der-welt/

TOP