Spitzbergen (5) – Magische Nächte & Sorgen an Weihnachten

Wundervolle Nordlichter tanzten plötzlich kurz vor Mitternacht über dem sternklarem Himmel von Longyearbyen. Die bunte Magie lag über der Siedlung, die seit dem Hurrikan und der Lawine gerade große Sorgen hat. Das merkt man hier, gerade zur besinnlichen Weihnachtszeit – eine Tragödie. Auch bei der Messe in der Svalbard Kirke  war dieses schreckliche Unglück zu spüren. Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest fand die Trauerfeier in der Kirche statt. Die Trauer über den Verlust eines sehr beliebten 42-jährigen Lehrers, der zudem ein begabter Musiker gewesen ist, wird durch das weitere Opfer, einer 2-Jährigen, zur unfassbaren Realität für die Familien und Freunde sowie der gesamten Gemeinde von rund 2500 Einwohnern.

In der Kirche sind übrigens alle Religionen vertreten. So bunt und international gemischt wie die Gemeinde selbst. Touristen wie Einheimische mischten sich und sangen gemeinsam Weihnachtslieder auf Norwegisch. Ein Mann spielte auf der Orgel und wurde von einer jungen Frau mit der Trompete begleitet. Engelsgleich waren die Stimmen des Kinderchors, die jedes Herz berührten.

Ich erkundete und fotografierte Longyearbyen an Weihnachten nach meinem Besuch der Messe. Es war mit -6 Grad Celsius sehr angenehm und so konnte ich meine Langzeitbelichtungen in aller Ruhe üben.

Longyearbyen macht das, was es immer macht: weiter. Und es wird zusammengehalten. Die vielen Touristen buchen ihre Abenteuer mit den Hundeschlitten oder begeben sich auf die Nordlichtjagd, die bestimmt auf Schneemobilen – wie hier angeboten – noch mehr Spaß macht.

Die nächsten Tage sind weitere Stürme (Böen bis zu 80 km/h) angekündigt und so fahre ich – sicher im Hotel – mit meiner Buchprojektarbeit fort.

Hinweis: Aus Gründen – meine Wertvorstellungen betreffend – veröffentliche ich keine Bilder von den rund 10 durch die Lawine zerstörten und verschobenen Häuser und desweiteren auch keine Bilder während der Weihnachtsmesse in der Kirche. Denn es wurden keine erstellt.

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