Spitzbergen (4) – Die Ruhe nach dem Sturm

Erst fegte der heftigste Wintersturm seit 30 Jahren mit mehr als 100 Stundenkilometern über die Inselgruppe Spitzbergen hinweg. Und weil das nicht genug war, erschütterte eine Lawine die Siedlung: mehrere Häuser wurden von den Schneemassen verschoben und vergraben. Ein Mann und ein zweijähriges Mädchen kamen ums Leben, weitere Menschen wurden verletzt und sehr viele Einwohner wurden in Hotels evakuiert. Aktuell wird zur Vorsicht aufgerufen, da Gefahr durch Eisbären besteht, die zur Siedlung Longyearbyen steuern.

Gestern landete ich um Mitternacht auf Longyearbyen. Der Sturm vorbei, die Lawine still. Es war noch immer sehr windig, aber der Flug – inklusiver Nordlichtershow über den Wolken – sowie die Landung waren turbulenzfrei. Nach kostenlosem Transfer, einem weiteren Geschenk der SAS Airline, erreichte ich mein Hotel.

“Winterschuhe aus – Hausschuhe oder Socken an!” So die Bestimmungen hier in Spitzbergen nach Betreten eines Gebäudes.

Check-in: Der Rezeptionist antwortete mir auf die Frage, ob er Angst gehabt hätte mit folgenden Worten: “Nein, vielmehr war ich heute auf dem Weg zur Arbeit sehr überrascht, da viele Häuser nicht mehr an derselben Stelle standen.”

Der Wind ist aktuell hörbar aber nicht gefährlich.

In den nächsten Tagen soll sich das Wetter bessern. So werde ich meine aktuell geplante Schneeschuhwanderung in die Tat umsetzen. Natürlich in Begleitschutz eines Guides.

Allerdings geht das hervorragend alleine: der Weg vom Hotel zum Zentrum und zu den Geschäften ist ca. 10 Minuten lang. Es geht den Berg hinab, vorsichtig Schritt für Schritt und immer umschauend ob Eisbären lauern. Jedoch ist die Siedlung auf einer Karte durch Sicherheitszonen gekennzeichnet und rund um die Uhr sind Wachmänner im Einsatz. Aber wer nun wirklich nicht raus möchte, muss nicht: Breakfast ist ja ohnehin eine Inklusivleistung und garantiert mir jeden Tag ein reichhaltiges Buffett. Es gibt hier auch ein sehr schönes Restaurant, indem ich heute Morgen bereits gut gefrühstückt habe.

Meine erste Nacht schlief ich hervorragend. Mein gemütliches Zimmer – hat natürlich wieder ein Boxspring-Doppelbett – und die Aufenthaltsräume des Hotels laden mich ein, kreativ zu sprühen.

Der Reisewasserkocher, ausreichend Tee, Schokofix, Cappuccino, Instantsuppen, Studentenfutter und Pralinen reisten mit mir mit. Jawohl, ich habe mir mein Zimmer bereits wohnlich eingerichtet und meinen Arbeitstisch sortiert.

Mein Abenteuer EWIGE POLARNACHT hat begonnen. 3 Wochen lang absolute Dunkelheit.

Fazit
Bei einer Reise nach Spitzbergen lohnt sich eine gute Vorbereitung. So gehört auch nur in den Koffer, was unbedingt mit muss. Alles, was nicht feucht werden darf, wird am besten gut in Plastik verpackt.

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