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La Graciosa

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La Graciosa – Das perfekte Refugium auf einer Vulkaninsel

Ich bin auf La Graciosa, der nördlichsten bewohnten Insel, der sogenannten “Perle der Kanarischen Inseln”. Tagsüber fünf Stunden sind einsam an dem ca. 600 m langen weißen Traumstrand wie dem Playa de Las Conchas durchaus auszuhalten. Es ist ein perfekter Ort, um Kraft in sich zu finden; fernab des Massentourismus.

Abends weht ein leichter Wind, das Meer liegt in der Luft. Man sitzt in Gesellschaft im Zentrum von Caleta del Sebo an der Strandbar und trinkt ein paar Gläser Wein. Der Oktopus kommt fangfrisch direkt knusprig vom Grill. Die Sterne funkeln und der Kerzenschein legt der Szene einen Hauch von Romantik über.

Alles wird nahezu von Lanzarote importiert, der nächst größeren Insel. Täglich verkehren mehrere Fähren von dem kleinen Fischerort Orzola auf Lanzarote, die frische Lebensmittel und einige Kisten Wein bringen. Es gibt auch einige kleine Geschäfte sowie kleine Lebensmittelgeschäfte. Es lässt sich so auch gut selbstversorgen. Am besten bucht man sich hier ein eigenes Apartment mit einer Küchenzeile.

Auf La Graciosa der “Anmutigen” der Kanaren wird gelebt und gefeiert. In der Hauptsaison im August, wenn auch die Spanier vom Festland in ihre Feriendomizile einkehren und die Insel temporär erobern, ist die Insel ein alternativ spanisches Partyparadies. Man kommt hier mit Englisch, Spanisch und auch vereinzelt Deutsch gut mit den Menschen ins Gespräch.

Neben der Hauptsaison findet sich hier aber das perfekte Refugium zum Entspannen. Offline. Für diejenigen Abenteurer, die gerne alleine reisen, ist es ein ideales Urlaubsziel. Die Berglandschaften sowie die vielfältige Flora und Fauna warten darauf, erforscht zu werden. Zudem gibt es hier einen Campingplatz, den Besucher kostenlos nutzen können. Ganz pur mit der Natur sein.

Die politisch zu Spanien gehörende Vulkaninsel La Graciosa liegt in der Inselgruppe des Chinijo-Archipels. Auf Lanzarote befindet sich auch der Flughafen in Arrecife. Von dort aus nutzt man ein Taxi oder einen Bus nach Orzola und nimmt eine Fähre nach La Graciosa. Der Hauptort Caleta del Sebo ist mit rund 650 Einwohner Zentrum dieser Perle. Hingegen in der Nebensaison ein menschenleerer Geisterort ist Pedro Barba, der nordöstlich liegt. In gut vierienhalb bis fünf Stunden ist die Insel zu Fuß umrundet und führt auch an Pedro Barba vorbei. Gruselfaktor und Inspirationsquelle inklusive.
Ebenfalls einen wundervollen Ausblick bieten die Vulkane auf der Insel sowie das Famara-Kliff auf Lanzarote (El Risco de Famara). Eine Freude auch für ungeübte Bergsteiger sind der Montaña Amarilla (mit 172 Metern Höhe ist er teilweise vom Meer angeschnitten) und der eindrucksvolle Montaña del Mojón (mit 188 Metern Höhe und einem etwa 70 Meter tiefen Krater). Und wer es wagt, gewinnt Ausblicke bei den Höchsten Las Agujas Grandes (266 m) und dem Las Agujas Chicas (257 m) in der Mitte der Insel. Im Norden liegt der Montaña Bermeja (mit 157 Metern) und hat den Playa de Las Conchas zu Füßen.

Auf La Graciosa herrscht ganzjährig ein angenehmes mediterranes-subtropisches Klima. Im Sommer sind es etwa 28° C, im Winter ist es manchmal stürmisch, windig und regnerisch. Nachts sinken dann die Werte auf 15° C, tagsüber hat es milde 20° ­– 25°C.

Fazit
Man muss die Einsamkeit schätzen, die Natur lieben und die Wetterumschwünge in Kauf nehmen. Eine Reise alleine ist immer eine Reise nach innen; zu sich selbst. Für Paare ist das aber der definitive 2-Wochen-Beziehungstest.

Meine Reisezeit: 2 Wochen, Oktober 2012, solo