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Expedition: Spitzbergen

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2015 – Eine Expedition in eine extreme Welt. In Kürze werde ich ein Experiment beginnen. Hoch hinauf gen Nordpol. Zu den Eisbären und Santa Claus. Es herrschen Minusgrade und absolute Dunkelheit.

EWIGE NACHT

Wie sich wohl die ersten Siedler im Jahre 1900 gefühlt haben, als sie sich aufgrund des reichen Kohlevorkommens auf die entlegene Insel wagten? In der ewigen Polarnacht, die sich über mehrere Monate spannt, tanzen bunte Nordlichter (am Nordpol wissenschaftlich Aurora borealis** bezeichnet) am dunklen Himmel unweit vom Nordpol entfernt. Gut zu sehen sind sie auch in Longyearbyen – 78° N gelegen – das durch Finsternis triumphiert: eine der Grundbedingungen für das Naturphänomen. Man sieht diese Lichter in den Polargebieten wie auch in Alaska, Grönland, Island, Nord-Norwegen und Finnland ab ca. 66,5° N. Je näher am Nordpol, desto grandioser ist die Show.

Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds aus der Magnetosphäre (hauptsächlich Elektronen, aber auch Protonen) auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren*.

Der Zeitraum der Polarnacht beträgt auf 78° N: 112 Tage (26. Oktober – 15. Februar).
Die Polarnacht gilt von Ende November bis Mitte Januar als absolut, dennoch bringen elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds Farbe und Licht ins Spiel.

imprint_weltkarte_kobalt-svbLongyearbyen ist die größte Siedlung neben des russisch geprägten Barentsburg, Ny-Ålesund und der Geisterstadt Pyramiden auf Svalbard. Von rund 3.000 Eisbären sowie aktuell ca. 2.500 Menschen, ist diese ferne norwegische Insel ganzjährig bewohnt. Der Eisbär ist die größte Bärenart weltweit und auch als Polarbär bekannt. Da Svalbard als Hochburg für Meeresbiologen gilt und sich hier auch andere Forscher ansammeln, ist es nicht verwunderlich, dass es hier sogar eine eigene Universität gibt. Kommuniziert wird auf der Insel in Norwegisch und Englisch.
Trotz dieser extremen Bedingungen leben dort einige Familien, die von einer modernen Infrastruktur umgeben sind: diverse Geschäfte, Kino, Schwimmbad, Kindergarten, Schule und neben einem Hafen auch eine Tankstelle. Hauptverkehrsmittel sind neben Autos, die eine rund 40 km lange Strecke zur Verfügung haben, Boote und definitiv das Beste im Nordwinter: Schneemobile und Hundeschlitten.
Wie auch Island ist Svalbard durch den Golfstrom begünstigt und bietet ein mildes Klima. Gut einpacken sollte man sich dennoch, da es in den Wintermonaten um die -30 bis -40 ° Celsius haben kann; die Durchschnittswerte liegen jedoch zwischen November und März bei -12° Celsius. Dann wird die Insel von Schneestürmen und eiskalten starken Winden heimgesucht. Die Schulkinder dürfen dann nur wenigen Minuten an die frische Luft in ihrer Mittagspause.

In Longyearbyens Umgebung gibt es Svalbard-Rentiere, Svalbard-Gänse und Polarfüchse*.

Der Sommer, der im Juli einen Durchschnittswert von 5,9° Celsius hat, lockt eindeutig mehr Touristen auf die Inselgruppe im arktischen Eismeer. Dieser hat Tageslicht und das Land ist vereinzelt von Nebelfeldern bedeckt. Die Sonne ist ab März wieder auf ganz Svalbard zu sehen. Vom 20. April bis zum 26. August geht sie sogar überhaupt nicht unter.

Wenn man sich nun auf eine Expedition begibt, das heißt die Siedlung verlassen möchte, ist in diesem Fall Odd Olsen Ingerø, der amtierende Gouverneur (norwegisch: Sysselmannen, der höchste Repräsentant der norwegischen Regierung auf der Insel) zu kontaktieren, der einem die Erlaubnis und die Erinnerung an das Mitführen eines Gewehrs gibt. Oder man begibt sich in Begleitschutz eines erfahrenen Guides. Selbst in den Siedlungen sind Begegnungen mit Eisbären nicht hundertprozentig ausgeschlossen. Vorsichtig sollten aber vor allem Campingplatzbesucher sein, da sich Übergriffe häuften. In den letzten 40 Jahren endeten Eisbärenattacken fünf Mal tödlich. Vielleicht mag es durch Knut in Vergessenheit geraten sein, Eisbären sind gefährliche Raubtiere. Ab und an treffen Menschen auf Eisbären, wobei Longyearbyen an der Westküste liegt und die Eisbären meist an der Ostküste ihre Robben jagen. Angeschossen werden die von Norwegen beschützten Tiere nur im Notfall. So warnen zahlreiche Schilder mit einem Bärensymbol.

Fazit
Von Oslo (Luftlinie: 2.042,91 km, ca. 3 Stunden Flugzeit) und Tromsø (Luftlinie: 957,87 km, ca. 80 Minuten Flugzeit) bieten die Fluggesellschaften SAS und Norwegian Air Shuttle Direktflüge nach Longyearbyen an. So fliege ich als große Bewunderin der Luftfahrt und von Wissenschaft begeistert demnächst in die ewige Nacht. Selbstverständlich werde ich auf kreationswelt ausführlich über mein Abenteuer und mein Experiment berichten.

*Quelle: wikipedia  | ** das Südlicht am Südpol wird als Aurora australis bezeichnet