Loading...

Auszeit – mein Weg in mein Leben

Home / INSPIRATION / Auszeit – mein Weg in mein Leben

Wenn all die Hektik, die Reize der Medien und der Gesellschaft Überhand nehmen, bleibt oftmals nur die Insel. In meinem Fall waren es gehäufte Tragödien – mitunter auch ein schmerzhafter Todesfall. Doch unsere Gesellschaft fordert immer mehr „The show must go on“. Welche Show? Die, in der wir strahlen und innerlich weinen? Die Show, in der wir immer „Ja“ sagen und eigentlich „Nein“ fühlen. Die Show, in der wir das tun, was andere von uns erwarten?

In Erwartung steckt schon das Wort „warten“. Wir erwarten von anderen soviel, so schnell und so gnadenlos perfekt. Dabei wollen wir nicht warten. Doch im Endeffekt liefern wir uns damit aus. Wir dienen, um andere glücklich zu machen. Unseren Chef, unsere Freunde, unsere Familie. Damit die anderen zufrieden sind. Uns akzeptieren. Das hat leider alles nichts mit Selbstfürsorge und Selbstliebe zu tun.

Wir geben uns auf. Dann folgt oft ein tiefer Sturz. Doch genau dieser Sturz hat mir geholfen zu mir zu finden. Ich erkannte, dass ich mich selbst verraten hatte. Das Leben das ich führte mit all seinen Konsequenzen hatte ich mir natürlich selbst erschaffen. Das Leben für mein Umfeld. Authentisch war es nicht. Glücklich mit meiner Arbeit waren die Anderen. Ich erkannte mich immer mehr. Ich möchte die Mitmenschen mit meinen Worten und Gedanken tief berühren.

Wir arbeiten heutzutage oft noch immer in Berufen, die andere für uns aussuchen. Doch ganz klar ist, dass wir uns dafür selbst entscheiden. Und all das was passiert ist, ist auch gut und dient letzten Endes auch als Erfahrung. Und dieser Weg ist oftmals vorab nicht komplett kalkulierbar, doch sehen wir rückblickend das Große Ganze. Dabei bewundern wir die Genialität des Universums. Was wäre nur gewesen, hätten wir damals diese eine Stelle bekommen? Wo wären wir gelandet? Wir hatten uns also trotz vermeintlicher Hoffnung auf diese Stelle unbewusst dagegen entschieden. Aus diversen Gründen. Oft ist die Zeit nicht reif oder es bedarf noch an weiteren Entwicklungsstufen. Der Dalai Lama sagte einst: „Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall.“

Nach rund 20 Jahren, in denen ich mich nun mit der Spiritualität beschäftige und zugleich den Naturwissenschaften widme, verstehe ich immerzu mehr, von dem, was für mich wichtig ist. Das sind keine großen Besitztümer. So habe ich vor einigen Jahren begonnen mich von all dem zu verabschieden, was mich grundlegend belastet hatte. Dinge und auch Menschen. Unsere Keller und Schränke sind voll mit dem, was wir nicht brauchen. Je weniger ich von dem hatte, was ich nicht gebraucht habe, umso größer wurde mein Gefühl der Leichtigkeit. Heutzutage ist mein Kleiderschrank sehr übersichtlich. Ich habe das, was ich tatsächlich brauche. So wird das „Ausmisten“ für mein Leben allgemein noch ein Prozess bleiben, denn Optimierung ist immer möglich.

Achtsamkeit – eine der goldenen Regeln meines Lebens. Wann hast du das letzte Mal bewusst wahrgenommen wie ein Apfel schmeckt, riecht, wie sich dessen Oberfläche anfühlt? Dieses Bild lässt sich auf nahezu alles projizieren. Durch Achtsamkeit und gewisse Meditationen und insbesondere einer Schreibtechnik, habe ich mich von meinem Burnout nun fast komplett regeneriert. Ich habe mich bewusst zurück gezogen und mir Zeit und Raum gegeben. Da ich es mir wert war. Ein langer Prozess, der von jahrelangen Depressionsperioden samt suizidalen Gedanken und selbstzerstörenden Maßnahmen überdeckt worden war. Auf eigenen Wunsch folgten Klinikaufenthalt und Therapien. Ich hatte mein Macbook tagelang nicht angeschalten, bis auf ein bis zwei Tage im Monat. Ein halbes Jahr lang. Zu tief saß das Trauma über meinen Beruf. Mittlerweile bin ich dankbar für all das, was geschehen ist. Und ich weiß heute, dass jeder – absolut jeder – Arbeiter ersetzbar ist. Und es gibt für alles eine Lösung. Die Optionen sind immer vorhanden. Man muss sie nur wahrnehmen und zulassen. In das Göttliche vertrauen. Dem Leben vertrauen. Manchmal dreht sich das Leben um 180 Grad und deine Perspektive ändert sich.

Als ich erkannte, dass ich also gnadenlos ersetzbar war, ich mit meinen Selbstvorwürfen ins Reine kam, begann ich zu beten. In vielen Meditationen visualisierte ich mir meinen optimalen Zustand. Ich blickte zurück auf all die Menschen, die ich im Stich gelassen hatte. Ich begann ihnen zu danken, mich mit ihnen geistig zu versöhnen, einige bekamen Briefe. Natürlich handgeschrieben per Post. Menschen, die große Wendepunkte in meinem Leben waren. Meister, Schüler, Täuscher, Liebe… es gab sie alle.

Ich vertraue meinem Leben und mir und empfinde auch keinerlei Scham für freie Wochenenden, Zeit für mich oder für das Nichtstun. Durch den Fokus auf meine Familiengeschichte, erkannte ich, welche Energie in unserem System vorhanden war. So haben viele von uns nahezu alle Großväter, die im Krieg litten und in Gefangenschaft waren, starben oder schwer erkrankt zurück kamen. Wir haben Großmütter, die sich unterordnen, die immer arbeiten, da sie Zeiten kennen, in denen es um das Überleben ging.

Das Leben sollte nicht das Überleben als Leitfaden besitzen. Wir sind frei und sehr reich. Reicher als die meisten Menschen auf diesem Planeten. Immerhin hast du gerade Internetzugang und kannst meinen Artikel lesen. Ich begann auch darüber nachzudenken, als ich einst wieder mit meinen Dämonen kämpfte, wie reich wir an Energie sind. Je besser ich meine Dämonen verstand, umso besser verstand ich meine Trigger. Ich schicke heute denen, die mich quälen eine Portion Liebe und wenige Tage später beruhigt sich die Situation von alleine. Oft erlebe ich dann überraschend liebevolle Gesten von vermeintlichen Gegnern. Das Gesetz der Resonanz kann eben nicht anders. Und es macht frei und glücklicher.

Entscheide dich jetzt für dein Glück. Für die wahre Liebe. Deine Berufung. Folge deinem Herzen ohne Zweifel und lebe dein Leben für dich. Lebe deine Werte, kompromisslos.

Mehr als ein Jahr Auszeit und Schreibpause liegen nun hinter mir. Ich lebe wieder in Island, in Akureyri. Island ist eine wunderschöne Insel im Nordatlantik. Perfekt als Refugium für meine Ruhezeit. Ich gehe dort einer simplen Tätigkeit nach, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich date mich regelmäßig. Aktuell konzentriere ich mich wieder auf meinen ersten Roman, den ich nächstes Jahr nun nach jahrelangen Recherchearbeiten veröffentlichen möchte. Meine Leser und Fans dürfen weiterhin gespannt bleiben.