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Mnemonik – Terabyte fürs Gehirn (Teil 1)

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V wie Vergessen, M wie Mnemonik

Da kommt es einem plötzlich in den Sinn: es wurde vergessen. Dabei hat man sich das doch so fest gedacht. Woran hat man denn gedacht? „Es auf keinem Fall zu vergessen“? Gut, das war ein Gedanke, nur kein besonders guter. Denn wenn wir dem Gehirn, uns selbst also mitteilen, dass wir es nicht vergessen sollen oder dürfen, verwandelt das Gehirn diese Botschaft in einen Befehl um. Negative Wörter werden gleich wie Zahlen in der Mathematik plötzlich positiv. Es kommt also nicht nur darauf an, was man salopp sagt, sondern was man dabei auch fühlt und wirklich denkt. So wird aus: „Bitte nicht vergessen!“ ein „Bitte vergessen!“

Die Mnemonik (Gedächtniskunst) bietet schon im Schulalter eine perfekte Begleitung und so gehört meiner Meinung nach zur frühkindlichen Förderung ein regelmäßiges und korrektes Gedächtnistraining. Denn unser Gehirn ist ein gigantischer Muskel, der trainiert werden möchte. So gibt es verschiedene Werkzeuge, die ganz individuell genutzt werden können. Metaphorisch betrachtet, liegt einem der Pinsel vielleicht mehr als das Lineal. Doch kombiniert ergibt dies einen magischen Zauberstab.

Sprachhygiene

Es kommen oft Sätze, unabhängig vom Alter: „Das war schon immer so, das kann ich mir einfach nicht merken!“ oder auch „Ich bin zu alt für Gedächtnistraining“, „Ich bin so vergesslich“, „Ich vergesse das immer wieder!“ – Blödsinn! Denn da verweise ich ausdrücklich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse und zu den (energetischen) Gesetzen der Anziehungskraft (Law of Attraction): GEDANKEN WERDEN DINGE. Ergo: denke und spreche stets positiv und betreibe eine ordentliche Sprachhygiene. Du wirst dich wundern, was du alles erreichen oder ändern kannst, wenn du mit deinen Worten und Gedanken bewusst umgehst (Pygmalion-Effekt, mehr dazu später).

Grundlagen der Mnemotechnik

Im Grunde geht es um Imagination und Assoziation. Das Prinzip ist einfach, denn es geht um Verknüpfungen. Je mehr Phantasie mitspielt, umso einfacher ist es. Experimente haben gezeigt, dass sich jemand vollständig an 9 von 10 Dingen erinnern kann, aber auch vergleichsweise an 900 von 1.000 oder an 90.000 von 100.000.

Übertreibung
Je absurder, desto besser! Groß, winzig, grell,…GIGANTISCH.

Sensualität
Ob hören, riechen, schmecken, sehen, tasten – unsere Sinne sind einzigartig! So memoriere ich beispielsweise Gedichte: ich lese sie, spreche sie laut vor, fühle sie und nutze dazu noch ein Farbordnungssystem, das ich auf fast alles anwende, was in einem Listenformat vorhanden ist.

Bewegung
Das Gehirn wird durch bewegte Bilder extra mit einer Verknüpfung bedient.

Assoziation
Es muss immer mit einem unveränderlichen Objekt verknüpft werden.

Symbole
Sinnvolle Symbole sind besser als langweilige Bilder.

Zahlen
Struktur und Ordnung! Hier arbeitet unsere linke Gehirnhälfte. So kann die 2 für einen Schwan stehen oder aber auch für Nähe. Zweiteres ist ein Begriff aus meinem persönlichen Major-System, auf das ich in diesem Artikel noch explizit eingehen werde. Alles was in Listen sortiert wird, wird bekanntlich besser behalten.

Sexualität
Ohja, ohja, das „Sex-Zentrum“ ist hervorragend für unsere Memoexperimente. Wir haben hier ein nahezu fast perfektes Gedächtnis.

Humor
Lachen ist gesund und hilft auch beim Memorieren. Je absurder und surrealistischer, umso besser.

Farben
Farben sind optimal und helfen uns beim Verknüpfen. Und besonders empfehle ich eine Liste. So kann der erste Punkt immer Blau sein, der Zweite immer Rot, der Dritte immer Grün und der Vierte immer Gelb. Dann werden die Punkte noch mit einem der anderen Werkzeuge verknüpft und so wird der erste Punkt auf der Einkaufsliste eine blaue Banane, die lacht und Tee (1 im Majorsystem) trinkt. So habe ich einst Schauspieltexte u. a. auswendig gelernt: jeder Akt bekam eine Farbe.

Farbcode-Memory_kreationswelt

Das Gehirn und seine Bereiche

Das Gehirn ist geteilt in eine rechte und linke Hemisphäre (Gehirnhälfte). Dabei arbeiten beide Seiten unterschiedlich und sollten im besten Fall kombiniert werden!

terabyte-brain

Corpus callosum: Der Vermittler Corpus callosum zwischen der beiden Hemisphären wird für die Verknüpfung benötigt. Der Corpus callosum entscheidet, wann eine Information richtig verstanden wurde. Bei Kindern wächst der Corpus callosum erst vollständig ab dem 11. Lebensjahr aus, das auch die starke Bildliche Fantasie der Kinder erklärt. Und ja, so haben meist Kinder die bessere Chancen beim Memory-Kartenspiel!

Speichervolumen

Festplatte versus Gehirn. Der Vergleich ist einfach: eine technischen Festplatte hat beispielsweise 10 TB und enthält nur 2 GB Daten. So wird das menschliche Gehirn, die biochemische Festplatte, auch nur zu einem kleinen Prozentsatz genutzt. Der Zehn-Prozent-Mythos ist allerdings mittlerweile korrigiert: das menschliche Gehirn galt einst nur zu 10 Prozent genutzt und die verbleibenden 90 Prozent seien eine dunkle Kammer. So ist das Gehirn am Ende auch nur ein Muskel, der trainiert werden möchte. Viele Dienstleister entwickeln Bücher und digitales Mentaltraining. Gehirnjogging gilt neuerdings als Trendsportart und so richten sich die Spieleentwickler auch nach der neuen Zielgruppe. Ideal für Schüler ist hier sogenannte Edutainment-Software; spielerisch lernen.

Genie-Formel – Prinzipien des Gehirns

Das Gehirn funktioniert auf dem Prinzip dreier Punkte:

  1. Assoziation
  2. Phantasie
  3. Ordnung und Struktur

Der Weg zu einem Genie wird durch diese Formelsammlung recht deutlich:

SYNERGIE-PRINZIP
Bei physiologischen Untersuchungen einer einzelnen Gehirnzelle gewann Prof. Pjotr Anokhin die Erkenntnis, dass die Fähigkeiten des Gehirns unbeschränkt sind. Frühere Modelle und Gehirnkonzepte beruhten auf der Annahme, dass das Gehirn ausschließlich auf mathematische Operationen beschränkt wäre.
Ein Beweis für das großartige Potenzial ist das Tagträumen. Wird also das Synergie-Prinzip mit Radialem Denken und Mind Mapping© in Verbindung gebracht, kann das Gehirn einzigartige, innovative und kreative Ideen erschaffen. So ist das Gehirn ein Bio-Computer, der alles speichert. Woran wir nun denken und wie wir denken, verändert auch unseren biologischen Aufbau. So haben Gedanken auch die Macht die eigene DNA zu verändern, wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigten. Zurück zum Computer: hier wird der Begriff GIGO verwendet, der für „garbage in, garbage out“ steht. Auf das Gehirn angewendet soll es nun GIGG werden: „garbage in, garbage GROWS!“ Da das menschliche Gehirn synergetisch arbeitet, findet jeder Müll auch einen geeigneten Platz um sich zu vermehren. So kann zeitgleich erschaffen und zerstört werden. Wird die falsche Formel angewendet, so kann sich jedes Individuum oder eine Gruppe selbst zerstören.

ERFOLGSPRINZIP
Das bekannte Konzept Trail-and-Error („Versuch und Irrtum“) stammt aus dem 20. Jahrhundert, denn man glaubte fest daran, das Gehirn arbeite nach diesem System. Richtig ist aber: das Gehirn arbeitet nach dem „Trial-and-Success-Prinzip“ („Versuch und Erfolg“). Wir begreifen eines Tages unser eigenes Potenzial, unsere Fähigkeiten und Begabungen und setzen sie ohne Zweifel um.

PYGMALION-EFFEKT
Werden Kinder von Eltern, Freunden oder Mentoren für klug, intelligent oder potenziell erfolgreich gehalten, wirkt der Pygmalion-Effekt. Gegebenfalls wird nun das Kind genau diese Eigenschaften entwickeln. Auch Erwachsene können diesen an sich selbst anwenden. Positiv oder negativ. Wenn wir uns selbst nun als Ergebnis von Versuch und Erfolg sehen, verbessern wir die Chancen auf Erfolg und die synergetische Spirale nach oben zeigt uns den Weg, die innere Biochemie und Gehirnstrukturen verändern sich zu unserem Vorteil.

GOETHE-PRINZIP
Eine besondere Zusammenführung zweier fremder Menschen, und dennoch scheint es, sich kennen sich seit Jahrzehnten, haben dieselben Weltbilder, Erfahrungen und Interessen. Zufall? Das Goethe-Prinzip beschreibt die energetische Verbindung, die zwei Menschen zu einem Zeitpunkt zusammentreffen lässt. Wer frei von Zweifeln beginnt eine Idee zu verwirklichen, an die er glaubt, dem erscheinen einem plötzlich Helfer aus dem Nichts oder es entwickeln sich Dinge, die als unerwartet eingestuft wurden. Es gruppieren sich Menschen auf einem gleichen Energieniveau. Was hat das mit Goethe zu tun? Goethe hat einst sinngemäß gesagt: Daß diejenigen, die ihrer inneren Überzeugung gemäß handeln und ihre Ideen so auch in die Tat umsetzen, im Einklang mit der Vorhersehung stehen.

AMADEUS-PRINZIP
Psychologen haben Anfang der 90er erkannt, dass Mozart im Fachjargon „psychotisch positiv“ war. Es geht um das Prinzip des Erfolgs, wie einst das Genie Mozart seiner Frau von seinem gigantischen Erfolg der Premiere einer seiner Opern in einem Brief schrieb. Er hatte offensichtlich alle freudigen Aspekte erwähnt, nicht aber die schlechte Kritik und das kleine Publikum von zehn Leuten. Mozart realisierte unbewusst, wie auch die meisten anderen Genies, dass es für ein Werk jeder Art förderlich war, sich auf die großartige Leistung zu fokussieren und sich ferner nicht mit negativen Gedanken aufzuhalten. Durch die gelebte positive Lebenseinstellung bedingt, wurde diese Technik nach dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart benannt.

VIE-PRINZIP
VIE steht für Verehrung, Inspiration und Emulation (Nacheifern). Auch große Mentoren und Genies verfügen über Helden und Vorbilder. So funktioniert diese Methode durch Nacheifern seines Idols, um so seine persönlichen Ziele zu erreichen.

Das Major-System

Das Major-System, einmal aufgebaut, wird dich von nun an lebenslänglich begleiten. Mehr dazu im zweiten Teil des Artikels.

Have a walk and remember

Eine weitere Form des Erinnerns ist eine feste Route, die du konsequent abgehst und so deine Erinnerungen abrufst. Ideal zur Übung dafür sind Spielkarten. So kann natürlich auch der Einkaufszettel memoriert werden, egal wie lange er ist!
Mehr dazu im zweiten Teil des Artikels.

MindMaps© – 1000 Gedanken, ein Bild

Der Weg der Mindmap ist in viele Branchen eingezogen. So wird in Kreativagenturen mit den MindMaps© und Mood-Boards gearbeitet. Große Sammlungen von Begriffen, die erst im Nachhinein ausgewertet werden (dürfen). Alles ist erlaubt. Es beginnt im Zentrum mit dem Begriff oder einer Frage und gewinnt dann fortschreitend im Laufe der Zeit viele Äste, sogenannte Verbindungen, und Subkategorien zu entwickeln.

Wie kann man beide Gehirnhälften bewusst aktivieren?

Das kann einfach über ein Brainstorming geschehen. Sehr wichtig sind die spontanen Ideen. Es darf nicht „direkt“ darüber nachgedacht werden ob alles korrekt ist.

Denksport – meine Top 5

  1. Strategiespiele / Aufbauspiele (wie der beliebte Klassiker DIE SIEDLER)
  2. Lernadventures (Edutainment, einst erschaffen von Heureka-Klett sind sie legendär und empfehlenswert: Opera Fatal, Mathica, Bioscopia, Physikus 1&2, Chemicus, Geographicus,…)
  3. Escape Games (Befreien aus Szenarien und Räumen mit Hilfe von Gegenständen und Aktionen, wie Room&Doors, THE ROOM 1–3)
  4. Memory, der Klassiker von Einfach bis Verrückt
  5. Scrabble, Wörter haben Macht!

Gedächtniskünstler – Jetzt wird gemessen!

Der Weg zu einem Wettbewerb erfordert nicht nur Mut und Konzentration auf Befehl. Jahrelange Vorbereitung, Cool bleiben unter Stress und Zeitdruck. Bekannte Gedächtnisgenies sind O’Brain und der Russe „S“. Oder du wagst eine Teilnahme an einer Memory-Weltmeisterschaft.

Dominic O’Brien ist achtfacher Gedächtnisweltmeister und Autor mehrerer Bücher zum Thema Mnemotechnik und Gedächtnissport.

Brain Trust – der Brain Club

Zur Verbesserung kann man sich auch einem Verein zuwenden. In Großbritannien wird der von Memory-Legende Tony Buzan gegründete Verein Brain Trust als allgemeinnützig geführt. Ob Live-Treffen oder Internetfreundschaften, hier finden sich Trainingspartner und Gleichgesinnte.

MENSA – Deutschland e.V.

Vom Gedächtniskünstler zum Genie, hier kannst du ab einem IQ-Wert von mindestens 130 Mitglied werden und dich in ganz Deutschland mit anderen Hochbegabten treffen und austauschen. Du musst dafür einen Test von MENSA absolvieren.
Das Mind-Magazin des Vereins kann kostenlos auf https://www.mensa.de heruntergeladen werden und bietet Hochbegabten und Eltern hochbegabter Kinder ein gutes Informationsmaterial. Ebenso kannst du Fan auf Facebook werden und bist immer topinformiert über das Erscheinen des Magazins, liest tolle Fallbeispiele von begabten Kindern und bekommst einen Eindruck von Hochbegabten im Allgemeinen und der gesellschaftlichen Situation.